Agua Amarga

Man sieht im Abendhimmel ein einsames typisch für Andalusien weiß getünchtes Haus in einer schroffen felsigen Umgebung, im Hintergrund das Mittelmeer

man sieht vor leicht bewölktem Himmel eine  Holzplattform vor dem Meer. Die Sonne spiegelt sich etwas im Meer
Mittelmeer

Heute ist der 3. Advent 2018.  Ich habe mich einige Tage allein langsam von der Region Murcia wieder Richtung Süden treiben lassen. An einigen Tagen habe ich mich auch wieder recht einsam gefühlt, an anderen ging es ganz gut mit dem ständigen Alleinsein. Petra, eine Freundin aus Deutschland, mit der ich hin und wieder telefoniere, sagt immer: „Eigentlich ist man nicht allein, man trift immer irgendwo jemanden.“

Jein. Man muss ja auch diejenigen treffen, die nach dem Gusto sind. In der Weinkellerei Artcava traf ich auf einen Camper aus Gelsenkirchen. Wir waren allein dort mit unseren Wohnmobilen und parkten in einer gewissen Entfernung. Ein älterer Herr, etwas größer, als ich, schlank, aber mit ordentlich Bierbauch, schlich schon eine Weile um sein Womo. Irgendwann stieg ich aus und spielte mit Lotte. Da fiel ihm wohl die Kontaktaufnahme zu mir etwas einfacher, da: Spielt Mann mit Hund, hingehen und sagen: Ist der putzig. So funktioniert eine Kontaktaufnahme. Ok, wir redeten etwas über die Technik: Er fragte, wieviel Solarstrom ich hätte. Ich antwortete: „100 Watt“. Er: „Viel zu wenig!“ Nächste Frage: „Wieviel Batteriepower haben Sie?“ Ich: „200 Amperestunden.“ Er: „Viel zu wenig.“ Ich: „Ok…“.

Dann plauderten wir im Beisein seiner wirklich netten Frau noch etwas über Lotte, wobei ich dann immer einen kleinen Test mache, um zu sehen, wie die Reaktion ausfällt. Ich erwähnte irgendwann, dass Lotte, meine treue Dackeldame das Privileg genieße, in IHREM Bett neben mir schlafen zu dürfen, ist aber wirklich so. Eine kurze Pause, ich merkte so richtig, wie seine übrig gebliebenen Synapsen keine Verknüpfungen herstellten, sondern richtige Knoten machten, um ein Boot an die Leine legen zu können. Und dann etwas schroff: „Tiere gehören nicht ins Bett!“ Ah sooo, vielen Dank für die Info und schönen Gruß nach Gelsenkirchen. 

Solche Leute trifft man hier zu hauf und das gibt mir nicht wirklich irgend etwas.

 Aber jetzt zurück zu Lottes Reiseblog.

Lotte steht im Sand vor dem Meer . Eine Welle rauscht von hinten an, die Sonne spiegelt sich im Meer.
Lotte am Meer in Agua Amarga

Ich halte einfach an, nicht wo es schön ist, sondern, wo ich mit dem Wohnmobil gut die Nacht verbringen kann. Das ist meist abseits einer größeren Straße, ich bin etwas lärmempfindlich. Aber man findet meistens einen guten Platz zum Übernachten und darüber hinaus auch schöne Orte.

 

  

Blick über Hügel einer kargen Landschaft mit niedrigem Bewuchs, im Hintergrund das Meer
karge Landschaft

Vor 3 Tagen bin ich langsam dem Cabo den Gata nähergekommen und fand tatsächlich keinen geeigneten Platz. Ich parkte zunächst auf dem Parkplatz der Playa de los Muertos, sehr einsam, aber gut zum Übernachten. Ich war hier bereits vor 3 Jahren einmal und kannte den Ort. Dann fing auf einmal ein tiefes Dröhnen an, welches von einer Industrieanlage hinter einem Hügel kam. Ok, zusammen packen und weiter. 

  

Agua Amarga, ein fast ursprüngliches Fischerdorf, zwischen zwei Felswände eingebettet.
Agua Amarga

Ich kannte den nächsten Ort in einigen Kilometern Entfernung, Agua Amarga. Ich hatte daran sehr schöne Erinnerungen. Ein wirklich ursprünglich gebliebenes Fischerdorf, das links und rechts eingeschlossen wurde, durch Felswände, richtig malerisch.

 

 

der ehemalige Freistellplatz für Womos, jetzt durch eine schranke gesperrt
ehemaliger Freistellplatz für Camper

Es gab damals einen Platz für Womo-Freisteher, mit einer Chiringuito, wo man abends essen konnte, wie Urlaub.

 

  

  

 

Campingplatz Agua Amarga
Campingplatz Agua Amarga

Als ich im Dunkeln ankam, fand ich dann den Stellplatz mit einer Schranke und einem „Camper verboten Schild“ vor. Mist, und direkt daneben ein neuer Campingplatz. Campingplatz – nicht meins!

Es war schon dunkel, da ist oft keiner mehr am Empfang. Habe trotzdem mal geklingelt. Und prompt ging das Tor auf. Die Empfangsdame sprach Spanisch mit starkem deutschen Akzent. Also weiter auf deutsch: Eine Nacht kostet € 12,- ohne und € 15,- mit Strom. Ok, geht jetzt nicht anders, dann auf den Campingplatz. Ist übrigens echt charmant, sehr klein, aber einladend.

 

Eva und Theo, ihr Hund
Eva und Theo mit freundlicher Erlaubnis

Am nächsten Morgen habe ich meine Nachbarin Eva kennen gelernt. 

Eva ist mit Theo, ihrem Hund unterwegs. Der ist nicht so anstrengend, wie Lotte und ich hätte gern mal getauscht, auch nur mal für eine Stunde. 

 

 

 

Landschaftsbild im Cabo de Gata: Karge Landschaft mit niedrigem Bewuchs im Hintergrund das Meer
Wandern in Cabo de Gata

Wir sind dann zusammen wandern gegangen und werden vielleicht einige Tage miteinander reisen. Ist schöner mit Gesellschaft, muss auch nicht gleich etwas ernstes sein.

Morgen geht’s weiter mit Cabo de Gata.

Hasta pronto

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2 comments on “Agua Amarga

Thanks a lot for the article post.Much thanks again. Fantastic.

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