Caminito del Rey

Entlang einer engen, tiefen Schlucht schlängelt sich der Wanderweg auf halber Höhe der Schlucht.

Ich prokrastiniere!

Ich bin zur Zeit derartig schreibfaul, irgendwie finde ich den Einstieg nicht.

Ein in den Fels gehauener Tunneleingang zum Caminito
Tunnel zum Wanderweg

Aber gut, heute schreibe ich.

Links seht ihr den Tunneleingang zum Caminito del Rei für Fußgänger. Der Tunnel ist ca. 100 Meter lang und stockdunkel. Auf der anderen Seite des Tunnels führt ein Pfad durch den Wald zum Eingang des Wanderwegs.

 

 

 

Ich war schon einmal vor knapp 3 Jahren hier, damals war der Weg geschlossen. Er war so gefährlich, dass es mehrer tödliche Unfälle um das Jahr 2000 gab. Aber diesmal wollte ich ihn wandern.

der ca. 100 Meter lange Tunnel ca. 2 Meter hoch, stockdunkel. Am Ende sieht man ein kleines Licht, der Ausgang
im Tunnel

Ich habe einen neuen temporären Begleiter: Otto! Otto ist ein allein reisender Wohnmobilist, den ich in Maro kennen gelernt habe. Wir hatten direkt Berührungspunkte, da wir zufällig früher den gleichen Beruf ausgeübt haben – man spricht die gleiche Sprache 🙂 So ergab es sich dann, dass wir einige Zeit miteinander reisen.

Und hier nun am Caminito del Rei passierte eine lustige Geschichte:

 

Auf dem Weg hinab durcch den Wald vom Tunnel zum Eingang des Caminito, sieht man auf einen Bergsee unter eine Felswand.
Blick auf See

Wir stellten vor 4 Tagen etwas abseits unsere Wohnmobile ab und fuhren mit den Fahrrädern etwas durch die Gegend. Ich wollte wissen, ob ich den Weg mit Lotte gehen darf, weswegen wir zum nördlichen Eingang des Pfades fuhren.

 


 


Dort bekam ich die Auskunft:

Helmpflicht!

Keine Zigaretten! (Mist: Wandern ohne Kippen ist doof!)

Keine Wanderstöcke!

Keine Hunde!

 

Am Eingang des Caminito steht ein einziges Gebäude, das Elektrizitätswerk.
Eelektrizitätswerk



OK, dann nicht. Wo Lotte nicht hingeht, geht der Chef auch nicht hin. Dann spar ich mir den Wanderweg.

 

 

 

 

 

Eine Stahltür zum Eingang zum Wanderpfad.
Eingang zum Caminito del Rei

Aber da war ja noch Otto. Ich erklärte ihm kurz meine Kamera und überzeugte ihn, dass er morgen allein laufen soll und ich die gemachten Fotos dann in den Reiseblog setzen wollte.

 

 




Der Anfang des Caminitos zwischen 100 Meter hohen Felsenschluchten.
Beginn des Pfades

Am nächsten Morgen, also vor 3 Tagen, ließen wir Ottos Wohnmobil stehen und fuhren mit meinem zum Tunneleingang (Foto oben). Otto ging los und ich fuhr an einen ruhigen Parkplatz, um etwas im Wohnmobilblog zu schreiben.

 

 

 

 

Ein Holzpfad führt 100 Meter über dem Abgrund durch die Schlucht.
Holzpfad

 

 

 

 

Nach ca. 20 Minuten bekam ich eine Whatsup von Otto mit einem Selbstportrait. Er hatte sich im dunkeln Tunnel die Murmel so heftig an der Decke gestoßen, dass er stark blutete und abrechen musste.

Schlecht für Otto, gut für mich. Otto blieb bei Lotte (Ihr denkt jetzt bestimmt, dass er das falsch herum geschrieben hat!) und ich kam in den Genuß des Caminito del Rei.

 

 

 

 

Die Holzplanken des Weges durch die man oft 100 Meter in den Abgrund sehen kann.
Holzplanken

 

 

 

 






Der „Caminito del Rei“ bedeutet übersetzt „der Königspfad“ und heißt so, weil er nach seiner Fertigstellung durch König Alfonso XIII. im Jahr 1921 offiziell eingeweiht wurde.

 

 

 

 

 

 

Ca. 50 Meter unter mir, sieht man den reißenden Strom
Strom in der Schlucht

Es ist jetzt schon anspruchsvoll, durch die Holzplanken den reißenden Strom zu sehen. Am Ende des Weges wird die Spannung aber noch einmal auf die Spitze getrieben, aber das kommt auch zum Schluss.

 

 

 

 

Die Schlucht wird teilweise bis 10 Meter eng.
Schlucht

Der Caminito del Rei ist ca. 5 Kilometer lang. Er werden ca. 2 Stunden Wanderzeit angegeben. Das liegt nicht daran, dass er besonders anspruchsvoll ist, sondern so besonders zum Verweilen einlädt.

Es wird nur in eine Richtung gewandert, von Nord nach Süd. 

 

 

 

eine geführte Gruppe mit grünen Helmen
geführte Gruppe

 

 

 

In der Mitte des Wanderweges befindet sich ein ca. 1,5 Kilometer langes Stück festem Grund. Vor mir seht ihr eine geführte Wandergruppe. Diese Wanderer bekommen andersfarbige Helme auf. Die Führungen finden hier auch in englischer oder französischer Sprache statt. Eine deutsche Führung habe ich nicht gesehen. 

 

Die Schlucht ist im Vordergrund breit und wird hinten ganz eng.
breitere Schlucht

Ich benutze nicht gern Superlative, außer in der Deutschen Politik, kleiner Nebenkriegsschauplatz. Aber wer diese Gegend hier einmal besuchen kann, darf dieses Erlebnis auf keinen Fall auslassen: Der Weg ist atemberaubend.

 

 

 

 

Eine ganze Gruppe von Bartgeiern kreißt über der Schlucht unter wolkenlosem Himmel.
Bartgeier

Ebenfalls eindrucksvoll kreisen viele Bartgeier über der Schlucht.

Es scheint wohl viel Aas zu fressen zu geben.

 

 

 

 

 

eine kleine Brücke über die Schlucht
erste Brücke

Zwei Brücken führen über die Schlucht. Diese ist die erste. Sie ist für die Wanderer gesperrt und war Bestandteil des alten Caminito. Die komplette Sanierung des Weges wurde erst 2015 fertig. 

 

 

 

Der Holzpfad führt zum Teil durch ein grünes Tal.
Blick aus der Schlucht

Der Weg führt an einigen Stellen aus der Schlucht heraus. Er bleibt aber in schwindel erregender Höhe. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte lieber woanders wandern gehen. Das meine ich nicht als Scherz.

 

 

 

man sieht über ein Tal die letzte Schlucht des Weges. An der rechten Felswand erkennt man den Holzplanken des Weges in 100 Meter Höhe.
letzte Schlucht

Das Bild rechts solltet ihr unbedingt anklicken, damit ihr es groß sehen könnt. Man wandert jetzt auf festem Boden an der rechten Seite des Tals bis zu der Schlucht am Ende. In der Vergrößerung erkennt man deutlich an der rechten Felswand den Holzpfad, der jetzt langsam eine Höhe von 100 Metern erreicht. Jetzt wird es langsam spannend.

 

 

 

Einige Wanderer die eng an die Felswand gepresst gehen
Wanderer an Felswand

Hier fangen die Wanderer langsam an, sich eng an die Felswand zu drücken und halten sich zusätzlich am gespannten Stahlseil fest.

 

 

 

 

Noch ein schöner Blick auf den Holzsteg in der Felswand
Caminito

Jetzt ist es nicht mehr weit, aber es geht immer langsamer. Einige Wanderer kämpfen jetzt immer mehr mit Höhenangst.

 

 

 

 

 

Der Weg führt aus der Schlucht hinaus und man blickt auf die untere Talsperre.
Blick aus der Schlucht

Geich ist es geschafft, jetzt kommt nur noch eine Herausforderung…

 

 

 

 

 

die letzte Brücke, die man überqueren muss.
zweite Brücke

Die Brücke!!!

Das täuscht jetzt etwas: Man geht nicht über die Betonbrücke, sondern über die hintere frei schwingende Brücke. Und hier trennt sich dann endgültig die Spreu vom Weizen. Überall an der Strecke sind in einigen Abständen Helfer aufgestellt. Aber hier sind die Meisten: In den paar Minuten, in denen ich hier war, gab es 3 Wanderer, die die Brücke nur blind und mit geführter Hilfe überqueren konnten.

 

 

Meine Füße auf dem Stahlgitter der Brücke, Blick in den Abgrund
Füße über Abgrund

Da wird wohl jedem etwas mulmig. Otto ist übrigens dann doch ein Tag nach mir auf den Pfad gegangen. Ich fragte ihn danach, ob es ihm nicht auch ein wenig mulmig auf der Brücke war. Er antwortete: „Gar nicht, macht mir nichts.“ – Was für ein Angeber…

 

 

 

 

ein Helfer tanzt auf der Brücke
tanzender Helfer

Er tanzt auf der Brücke, nachdem er 5 Minuten gebraucht hat, eine Wanderin mit geschlossenen Augen hinüber zu führen.

 

 

 

 

 

das letzte Stück des Caminitos
Blick zurück

Und geschafft. Das ist schon der Blick zurück. Ich habe wieder festen Boden unter den Füßen. Einzigartige Landschaft…

 

Jetzt geht es noch ca. 1,5 Kilometer aus dem abgesperrten Bereich zu einem Busbahnhof. Die Fahrt zurück halbstündlich kostet € 1,50. 

 

 

War das eine schwere Geburt. Ich habe 3 Tage für diesen Beitrag gebraucht. WordPress stellte die Programmierung der Beiträge um, welche nicht wirklich gut funktioniert. Außerdem muss man sich damit erst richtig aufwendig vertraut machen. 

Ok, bis demnächst 

 

 

 

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5 comments on “Caminito del Rey

Mercedes Rey Díaz

¡¡¡ Qué locura … !!!. Yo no sería capaz de hacerlo ni con los ojos cerrados … pero me alegro un montón de que lo hayas conseguido … una lástima que Lotte no haya podido acompañarte, pero hay que reconocer que podría ser peligroso para ella … Beso enorme.

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Eva Horne

Wow, was für ein toller Wanderweg! Und klasse Bilder! Den wäre ich auch gerne gegangen,- aber wie du auch sagst: ohne Theo geht die Chefin auch nicht … Liebe Grüße, Eva

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Bist bestimmt schon in Lissabon, ich hätte ja auf Theo aufpassen können 🙂

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Ute Kröner

Eine tolle Tour. Aber warum sind Wanderstöcke verboten? Meine Freundin hat leider Höhenangst. Hoffentlich traut sich mein Enkel.

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Hallo Ute,
mit den Wanderstöcken kann man zwischen den Holzbohlen stecken bleiben. Es hat wohl am Anfang auch einige Unfälle gegeben.

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