Nie wieder Rom, aber vielleicht nochmal Pisa

Lotte sitzt auf der Wiese vor dem schiefen Turm von Pisa
Petersplatz in Rom
Petersplatz

Ich glaube, mir ist gerade Bud Spencer entgegen gekommen, in einem alten Fiat 500. Die Backpfeifen, die er immer verteilt hat, bei denen die Leute weg geflogen sind, haben mir gefallen. Die muss ich mal üben. Ich kenne eine ganze Menge Hirnis, die auch so eine gebrauchen könnten.

Ich habe auf einem einsamen Wanderparkplatz im Norden der Apenninen einen phantastischen Ort zum Übernachten gefunden, auf 1250 über NN. Mein Camper Freund Frank würde wahrscheinlich eine Herzattacke hier bekommen, weil es so einsam ist. Auf einem Infoschild am Parkplatz wird erklärt, dass in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts Wölfe in den Apenninen wieder angesiedelt wurden. Sie haben sich bis 2002 nach Frankreich und der Schweiz ausgebreitet. Frank würde wahrscheinlich denken, die Wölfe brechen nachts das Wohnmobil auf und fressen seinen Kühlschrank leer. Mal sehen, ob mein Camperfreund das hier im Reiseblog findet…

Petersplatz 2
Petersplatz 2

Für mich ein toller Platz: Ruhe, gute Luft und in der Nähe das Rauschen eines Bergbaches. Vielleicht gehe ich morgen früh wandern. 

Jetzt aber mal zu Rom:

Letzten Freitag bin ich gegen Mittag in Rom angekommen und auf einen Campingplatz gefahren. Frei stehen ist zu gefährlich in Rom. Dann habe ich erst mal eine halbe Stunde geduscht, herrlich.

 

 

Der streng bewachte eigene Bahnhof des Vatikan
Bahnhof Vatikan

Am Samstag morgen habe ich dann Lotte geschnappt und bin mit dem Bus in die Innenstadt gefahren. Zu Fuß weiter zur Vatikanstadt. Mein erster Eindruck war: Sauber ist anders. Überall liegt Müll auf den Straßen und Lotte findet es auch nicht so gut, unter vielen Menschen und der Straßenlärm. Sie wird dann immer etwas merkwürdig, beinahe apathisch. Aber bei dem schönen Dackelleben, muss sie auch mal so etwas aushalten. Das Meiste hat sie sowieso aus der Dackeltasche an meiner Hüfte ertragen müssen, 7 Kilogramm Wanderrucksack.

 

 

 

Petersdom Rom
Petersdom

Nach einer halben Stunde Fußmarsch kamen wir dann am Petersplatz vor dem Petersdom an. Das Gebäude und der Platz haben beeindruckende Ausmaße. Der Platz war so voll mit Besuchern, dass man Slalom gehen musste und nur wirklich sehr langsam voran kam. Die Besucherschlange zum Dom ging um den gesamten Platz herum, Wartezeit circa eine Stunde inklusive Personenkontrolle. Dort stand ein Schild: Hundeverbot! Ich habe erst gar nicht gefragt, ob ich mit Hund in der Tasche vielleicht doch hinein darf. Und ihr wisst ja: Wo Lotte nicht hingeht, geht der Chef auch nicht hin. Ergo Dombesuch gestorben.

 

 

Wenn ich bei den vielen Mensch so darüber nachdenke, wenn ich hier Papa Franz wäre: Mich würde es ganz schön nerven, wenn ich hier wohnen müsste und ich nicht mal ordentlich aus dem Fenster rotzen kann, ohne dass es jemand mit bekommt.

Engelsburg
Engelsburg

Nach einem € 5.50 Kaffee bin ich dann die „Via della Conciliazione“ zum Tiber hinunter gelaufen, vielleicht ein halber Kilometer Fußweg. Dort steht am Tiberufer das „Castel sant‘ Angelo„, zu deutsch: Engelsburg. Es wurde als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian in den Jahren 117 – 138 n. Chr. errichtet.

 

 

 

 

Der Tiber in Rom
Fluss Tiber in Rom

Ich überquerte den Tiber und besuchte noch die Piazza Navona und das Pantheon. Beeindruckend ist, dass das Pantheon mehr als 1700 Jahre die größte Kuppel der Welt hatte. Allerdings geht die Wirkung des Gebäudes durch die eng angebauten Nachbargebäude etwas verloren.

 

 

 

 

Piazza Navone in Rom
Piazza Navone Rom

Dann hatte ich keine Lust mehr auf Stadtbummel. Es war drückend heiß und so voll, dass ich kaum voran kam. Für mich ist das eher ein Pflichtbesuch gewesen. Ich war vorher noch nie in der „ewigen Stadt“. Ich hätte es vielleicht bereut, das zu verpassen, wenn ich so nahe daran vorbei fahre.

 

 

 

 

Pantheon in Rom
Pantheon Rom

Auf dem Rückweg zum Busbahnhof musste ich wieder am Tiberufer entlang. Da passierte dann das Schönste, was ich in Rom erleben durfte: Eine ältere Dame packte ein Instrument aus, das wie eine kleine Harve aussah, aber einen Klangkörper, wie eine Gitarre hatte. Wenn irgend einer weiß, wie das Instrument heißt, schreibt einen Kommentar in den Reiseblog.

 

 

 

 

Die Musikerin fing an, eine Arie zu singen. Es hörte sich an, als ob sie ein Profi war, wunderschön. Aber Gänsehaut bekam ich erst später: Ein Paar mit Kind gesellte sich dazu. Zunächst hörten sie nur zu. Dann fing der Mann an mit der zweiten Stimme mitzusingen und jetzt bekam ich Gänsehaut.

Am Ende schmiss ich etwas Geld in den Koffer und wollte dem Mann auch einen Euro geben. Aus Spaß natürlich. Ich sagte ihm, dass ich annehme, dass er das auch nicht zum ersten mal gemacht hat. Seine Frau antwortete schmunzelnd, er sei ein ausgebildeter Sänger. Da kann man schon ein wenig neidisch werden.

Dazu muss ich noch eine kleine Geschichte los werden: In meinem alten Leben hatte ich einen Arbeitskollegen, der ein etwas zu starkes Selbstvertrauen hatte, beziehungsweise, wahrscheinlich immer noch hat. Er sang in einer Vorstadtkapelle gecoverte Rocksongs, aber so schlecht, dass es einem selbst peinlich wurde beim Zuhören und die Gefahr bestand, an Ohrenkrebs zu erkranken. Aber er fand sich und sein Gelalle gut.  

 

Lotte sitzt auf der Wiese vor dem schiefen Turm von Pisa
Lotte vor schiefem Turm

Ich verbrachte noch eine Nacht auf dem Campingplatz und brach am letzten Sonntag Richtung Norden auf. Montag Abend kam ich in die Nähe von Pisa und übernachtete außerhalb.

 

 

 

 

 

Der schiefe Turm von Pisa bei bestem Wetter
schiefer Turm von Pisa

Pisa war einfacher. Ganz in der Nähe des Zentrums ist ein großer, bewachter Parkplatz, den ich am Vormittag anfuhr. Von dort kann man hinüber zur Kathedrale und zum schiefem Turm gehen, es sind nur einige Minuten Fußweg. Dort war es auch voll, aber deutlich entspannter, als in Rom. Aber das gleiche Spiel mit Lotte: Trotz Lotte in der Tasche kein Zutritt zu den Sehenswürdigkeiten. Also ein paar Fotos gemacht, einen € 2,- Kaffee getrunken und weiter gefahren Richtung nördliche Apenninen.

 

 

 

 

 

Schweizer Gardist
Schweizer Gardist

Das hätte ich beinahe vergessen, die meisten von euch wissen das sicherlich: Für den persönlichen Schutz des Papstes ist die „Schweizer Garde“ mit altertümlichen Uniformen verantwortlich. Aber was ihr nicht wisst: Das die ausgesprochen unfreundlich sind, so wie der junge Gardist auf dem Bild. Vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag.

Und mit den Apenninen geht es dann morgen weiter im Reiseblog…

 

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One comment on “Nie wieder Rom, aber vielleicht nochmal Pisa

Stefan

Lotte vorm schiefen Turm ist der Brüller! 😉 Ob’s ein Foto wohl schon gibt?

Gute Fahrt und viele Grüße aus Nerja

Stefan

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