Die Ostfriesland Katastrophe

Stadt Leer 1
Leer 1

Irgendwie hat sich in mir etwas geweigert, diesen Artikel über Ostfriesland zu schreiben und in den Reiseblog zu laden. Ich bin bereits in Sachsen in der Nähe von Leipzig und habe endlich ein gutes Netz. Das hat mich sehr oft gehindert: Wenn ich Schreiben wollte stand ich meistens abends in irgend einem Funkloch im Technologie-Standort Deutschland. Es ist unglaublich, wie viele Funklöcher hier existieren. In allen anderen europäischen Ländern, die ich besuchte, hatte ich nicht solche Schwierigkeiten, wie hier in der Heimat.

Alte Deichstraße
Weg am Deich

Und der andere Grund ist, dass Ostfriesland für mich eine ökologische Katastrophe ist. Aber darüber schreibe ich weiter unten.

Aber jetzt zurück zum Abenteuer…

Ich kam aus dem Emsland und bin an der niederländischen Grenze Richtung Nordsee gefahren.

Meyerwerft
Meyerwerft

Erstes Ziel war eigentlich ein Besuch bei der Mayerwerft in Papenburg. Aber auf der Webseite war zu lesen, dass Besuche wegen der Pandemie derzeit nicht möglich sind. Also gibt es nur ein Foto von außen von der gewaltigen Halle.

Ich bin auf dem Parkplatz der Meyerwerft nur einige Minuten für das Foto geblieben und anschließend in das mondäne Städtchen Leer weiter gefahren.

Promenade Leer 2
Promenade Leer 2

Leer liegt an der Mündung des Flusses Leda in die Ems. Die Altstadt von Leer liegt an einem toten Arm der Leda und hat eine schöne Promenade entlang des Flussarmes, wo kleine Boote liegen.

Stellplatz zwischen Deichen
Stellplatz

Ich fand zum Übernachten einen ruhigen Stellplatz außerhalb von Leer zwischen zwei Deichen. Aber in Leer selbst gibt es einen freien Stellplatz am Rathaus für Wohnmobile, der mir aber in der Nacht zu laut war. Ich bin hier zwei Tage geblieben und danach um Emden weiter zum Wattenmeer gefahren.

Leer, altes Dampfschiff
Leer Dampfschiff

Norden ist eine kleine touristische Stadt vor Norddeich, von wo aus die Fähren Richtung Norderney gehen. Dort war es so überlaufen, dass man auf keiner Restaurant Terrasse einen freien Platz gefunden hat.

Leuchtturm Campen
Leuchtturm Campen

Ich nahm schnell Reisaus, da es mir einfach zu voll war und fand am Leuchtturm Campen einen schönen Platz für die Nacht, mal wieder ganz allein. Dieser Leuchtturm, fertiggestellt im Jahr 1890 ist übrigens der Höchste in Deutschland und einer der Höchsten der Welt.

Flutmauer Leer
Flutmauer Leer

Ich fuhr danach zügig entlang der ostfriesischen Nordseeküste Richtung Schleswig-Holstein, um dieses für mich öde Land zu verlassen.

Hafenbecken Leer
Hafenbecken Leer

Um nochmal auf den Anfang zurück zu kommen: Ostfriesland hat die friesischen Inseln und das größte Wattenmeer der Welt. Diese Landschaft ist seit dem Jahr 2009 UNESCO-Weltnaturebene.

Und jetzt komme ich meinem Konflikt: Wenn man sich auf den Deich am Wattenmeer stellt sieht man je nach Stand der Gezeiten die Nordsee oder bei Ebbe das Watt. Dreht man sich dann um 180 Grad um und schaut in das Landesinnere, sieht man so gut wie keine Fläche, die nicht landwirtschaftlich genutzt wird. Es gibt keinen Platz für Bodenbrüter; Wild und die so wichtigen Insekten. Diese habe ich fast gar nicht mehr wahrgenommen, obwohl es sehr warme Tage zu Sommerbeginn waren.

Verbot für Lotte
Verbot für Lotte

Wenn man über Land fährt, stinkt es überall nach Gülle, obwohl eine Strafe der EU ins Haus steht, wegen zu hocher Nitratwerte im Grundwasser. Und Glyphosat gibt dem ganzen, sprich hauptsächlich den Insekten dann wahrscheinlich den Rest. Wie tödlich dieses Pflanzengift ist, solltet ihr hier einmal nachlesen. Es tötet alle Pflanzen, die nicht gentechnisch resitent gemacht wurden.  Da ich stark ökologisch denke, ist das für mich eine Katastrophe. Ich denke, dass das Ökosystem dort schon gekippt ist.

Lotte auf dem Deich
Lotte auf dem Deich

Mir kam es so vor, als ob jeder Quadratmeter Land regelrecht ausgepresst wird, nur um noch mehr und noch mehr und noch mehr aus dem Boden zu holen. Nur weil das hier so deutlich sichtbar ist, bedeutet natürlich nicht, dass es anderswo besser ist. Dort fällt es wahrscheinlich nur nicht so auf.

Wir sägen den Ast auf dem wir sitzen. Im nächsten Artikel geht es hoffentlich wieder lustiger zu.

Schreibe einen Kommentar