
Vor etwas über zwei Wochen habe ich zwei Tage über dem Stausee des Ebro in einer beeidruckenden Landschaft verbracht. In der Vergangenheit habe ich schon über die vielen Gesichter der Flusses Ebro geschrieben, hier verlinkt. Heute geht es um den Stausee und die Quelle des Ebro. Und ist gibt am Schluss noch ganz spezielle Grüße, die heute nach Ostwestfalen gehen.

Um den Ebrostausee ist es ruhig, es gibt kleinere Ortschaften und auch etwas Tourismus. Man kann Kajakfahren und Kitesurfen. Der See liegt ca. 50 km südlich von Santander und der Biskaya entfernt, also im Norden Spaniens. Er ist umgeben von sanften Hügeln, eine wunderbare Landschaft. Als ich ankam, wunderte mich nicht, dass er so voll war, wie Jahre nicht. Das Gleiche hatte ich schon bei den anderen Seen, an denen ich auf meiner Reise Richtung Galicien vorüberkam, gesehen. Hier muss es im Winter in Strömen geregnet haben. Das Wasser hat sich soweit über das Ufer vorgearbeitet, dass alte, große Bäume metertief im Wasser stehen.

Als ich am Samstag vor zwei Wochen hier ankam, fand ich einen Platz zum Übernachten, ganz nach meinem Gusto. Am Nordufer kann man von der Hauptstraße abbiegen und einen kleineren Wirtschaftsweg den Hügel hinauf zu einer Kapelle fahren. Dort habe ich in aller Stille zwei ruhige Tage in einer wirklich schönen Umgebung verbracht.

Der Embalse del Ebro entstand zwischen 1921 und 1945. So schön es hier ist, der künstliche See kostete viele Tränen und das Leid Tausender. Vier ganze Ortschaften und viele Gutshöfe wurden enteignet und geflutet. Und natürlich ging die gesamte Agrarnutzfläche verloren, Nahrungsfrundlage für viele Menschen. Der überwiegende Teil der Menschen wurde noch nicht einmal entschädigt für ihren Verlust; so steht es zumindest auf der spanischen Wikipedia-Seite.

Da fällt mir ein: Der „schöne“ grüne Hendrik Wüst im schwarzen Gewand will jetzt Garzweiler fluten, damit auch diese Kohlequelle versiegelt wird. Was für ein korupter Krimineller…

Am Montag darauf bin ich in die nächste Stadt, nach Reinosa gefahren, Lebensmittel auffrischen und Wassertank voll machen. Dort gibt es alles, was man braucht. Nach der Pflichtübung bin weiter Richtung Westen in die Berge gefahren, nicht lange, vielleicht eine halbe Stunde. Die Landstraße CA-183 führt auf 2000 Meter Höhe und endet an einem Aussichtspunkt. Ich hatte Pech, an dem Tag war dichter Nebel da oben. Aber es ist schon erstaunlich, wo man in Spanien überall Ski fahren kann. Hier oben ist eine Skistation mit mehreren Liften.

Nach dem Nebelblick fuhr ich ca. 10 km zurück und hielt an dem Parkplatz „Nacimiento del Ebro“. Ich musste erstmal die Bedeutung des Wortes ermitteln: Nacimiento heißt „Geburt“ auf deutsch und im weiteren Sinn „Ursprung“. Ich war also an der Ebroquelle. Ein paar Stufen hinab in ein kleines Tal und man erreicht die Stelle, an der der Ebro aus dem Felsen schießt. Und was für Mengen an glasklarem Wasser da zu Tage treten, erstaunlich. Ich hoffe, man kann es auf den Bildern etwas erkennen.

So, und jetzt noch Grüße an einen alten Freund aus Ostwestfalen:
„Lieber Guido, herzlichen Dank für Deine freundlichen Worte, welche Du mir zukommen ließest. Ich konnte diese leider in den Kommentaren nicht veröffentlichen, da persönliche Informationen enthalten waren, die hier nicht hergehören. Dennoch möchte ich Dich wissen lassen, dass ich es selbstverständlich gelesen habe.

Es tut mir sehr leid, wenn Du kotzen musstest, um das Essen. Ich, als „Max Mannhart“ und „Julian Reichelt“ Fan bin mit höchster Wahrscheinlichkeit bei Deinen hohen moralischen und philantropischen Ansprüchen eine „Persona non grata“ in Deinen Augen. Egal, das darf auch so sein.

Nichts desto trotz hoffe ich, dass Du persönlich auf Deinem Anwesen vielleicht auch zwei oder drei Syrern oder Afghanen Raum zur Verfügung gestellt hast und diese großzügig versorgst. Natürlich brauchen sie auch einige Extraschubladen für ihre Messer- und Machetensammlungen.

Und auch herzlichen Dank, dass Du Dich offensichtlich so besorgt über mein Berufsleben zeigst. Das ist echtes Mitgefühl. In diesem Sinne…„